Archiv für den Monat: März 2015

FAQ: Präsenzanteile im Studium – Arbeitsbelastung bei paralleler Berufstätigkeit/Elternarbeit

Frage eines Interessenten: Um meinen Unterhalt weiterhin finanzieren zu können, würde ich gerne mein jetziges Arbeitsverhältnis nicht komplett aufgeben wollen. Damit ich das vielleicht schon mit meinem Arbeitgeber planen kann, würden mich die durchschnittliche Anzahl der Wochenstunden interessieren. Sie sprechen hier ein sehr komplexes Thema an, und ich versuche mal mit vier Antworten, Ihrer Frage gerecht zu werden:
  1. Im Studienplan erkennen Sie die Präsenzaufwände: jede SWS ("Semesterwochenstunde" steht für 0,45 Zeitstunden Kontaktstudium. Lesebeispiele: Das Modul B01 ist eine Vorlesung von 2 x 1,5-h. Die Modul B12 ist eine Vorlesung von 1,5 Stunden und eine zur Vorlesung passende Übung von 1,5 Stunden.
  2. Vorlesungen sind fast immer ohne Anwesenheitspflicht. Ausnahmen sind meist Exkursionen. Man kann sich also das Studium, zum Beispiel über Lerngruppen, so organisieren, dass welche aufpassen und den anderen das twittern ;-). Übungen und Projektarbeiten hingegen sind öfter mit Anwesenheitspflichten verknüpft. Grund ist, dass viele Lernerfahrungen nur gemacht werden können, wenn man auch anwesend ist. Solche Präsenzpflichten werden aber zu Beginn des Moduls von der jeweiligen Lehrkraft genau bekannt gegeben.
  3. Die Beuth Hochschule versteht sich als familienfreundliche Hochschule. Während Sie die Berufstätigkeit rund ums Studium selbst organisieren müssen und wir hier keine zeitliche Rücksicht nehmen können, sieht das bei Eltern- oder Pflegepflichten anders aus, da dieses ja von Ihnen meist schlecht geplant werden kann. Berühmtestes Beispiel ist "Kind krank!". Hier können auch sehr kreative Vereinbarungen mit den jeweiligen Dozentinnen und Dozenten vereinbart werden. Sprechen Sie diese dann an oder sprechen Sie mit der Gleichstellungsbeauftragten und/oder Studiengangsleitung.
  4. Die Beuth Hochschule verfügt über eine zentralisierte Stunden- und Raumplanung. Die Mitarbeiter/innen dort sind angewiesen, in folgender Priorität die Stundenpläne zu bauen: 1.) Stakeholder Student: Mindestens ein Tag frei, um jobben zu können und für Exkursionen im Studiengang. 2.) Stakeholder Lehrbeauftragte: Das sind sehr wichtige externe Lehrkräfte aus der Wirtschaft, die ein Modul übernehmen und damit viel Praxiswind an die Hochschule bringen. Dazu gehört z.B. das Modul Online-Marketing, das man nur lehren kann, wenn man selbst im Alltag täglich Online-Marketing betreibt. Lehrbeauftragte nehmen dazu meist ihre „Randzeiten“ – also sehr früh oder ab 17:00 Uhr und haben Vorrecht vor 3.) uns selbst, den fest angestellten Profs. Die kommen als letzte dran. Verdienen aber auch das meiste ;-). Typische Stundenpläne der Beuth Hochschule finden sie hier: Stundenplanung Beuth Hochschule. Aber lassen Sie sich nicht irritieren. Der Studiengang Druck- und Medientechnik zum Beispiel ist im 3./4. Semester proppenvoll. Das liegt aber nur daran, dass die Studierenden dieses Studiengangs 5 Wahlpflichtmodule aus 13 Angeboten auswählen dürfen. Also: die Stundenpläne sind immer viel voller, zum einen wg. der Wahlpflichtangebote, die alternativ sind, und zum zweiten, da Übungen immer mit nur der Hälfte der Studierenden stattfinden (die meisten Kollegen lösen das mit 14-tägigen doppelten Übungsblöcken. Ein Student muss dann nur alle 14 Tage zu einer dann 4-stündigen Übung).

FAQ: Finden eines Praktikumsbetriebes

Frage einer Interessentin: Inwieweit habe ich Einfluss auf die Wahl des Praktikums im 7. Semester? Gibt es kooperierende Unternehmen oder muss ein geeignetes Unternehmen gefunden werden? Sie suchen sich ihren Praktikumsplatz selbst, wir unterstützten lediglich. Voraussetzung dafür, dass wir den Praktikumsplatz anerkennen (es wird dann ein kleiner Vertrag zwischen der Hochschule und dem von Ihnen gewählten Praktikumsplatz geschlossen) ist,
  • dass der Praktikumsplatz zur Zielsetzung des Studiums passt und
  • dass Sie dort eine/n Betreuer/in mit akademischem Abschluss haben.
Der Praktikumsplatz kann selbstverständlich außerhalb von Berlin und auch im Ausland sein. Zu der Unterstützung seitens des Studiengangs: Wir haben im Vorfeld der Studienplanung persönliche Kontakte zu ca. 20 Betrieben aufgenommen. Die Lage des Praktikums am Ende des Studiums und die Verknüpfung mit der Bachelorarbeit war eine der Erkenntnisse aus diesen Gesprächen. Eine weitere Erkenntnis war, dass es von den Betrieben gewünscht wird, dass schon möglichst vielfältige Berufserfahrung gemacht wird. Darum unterstützen wir eine Berufstätigkeit parallel zum Studium. Wir haben eine Googlemap mit Namen und Adressen von mehr als 150 Betrieben aller Betriebsgrößen der digitalen Wirtschaft Berlins „im engeren Sinne“ (also internetbasiertes Geschäftsmodell) aufgebaut, um die Suche nach Jobs während des Studiums und nach dem Praktikumsplatz zu erleichtern und zu fördern. Außerdem haben wir Kontakte zu den Verbänden Startup-Verband, sibb, BVDW und BerlinPartner aufgebaut und werden diese im Verlauf des Studiums vertiefen. Hier geht es zur Googlemap: https://www.google.com/maps/d/edit?mid=zPC3GfLN6Tdw.ksY_C0vOMJgY

FAQ: Bedeutung der Literaturangaben im Modulhandbuch

Frage eines Interessenten: Was haben die Literaturangaben in den einzelnen Modulen zu bedeuten: Sind es Bücher die man sich beschaffen sollte oder während des Studiums lesen wird? Weder noch. Um die Frage trotzdem zu beantworten muss ich etwas ausholen und die Ziele eines Modulhandbuch verdeutlichen: Es geht um bei den Modulbeschreibungen um eine Information für aller Stakeholder – also nicht nur
  • Sie als Studieninteressierter, sondern z. B. auch
  • für die Kolleginnen und Kollegen untereinander, um zu wissen, auf Basis welcher Inhalte die Lehre stattfindet, und
  • für die Anerkennungsbeauftragten, die mehr Anhaltspunkte bekommen sollen, um eine Anrechnung bereits erbrachter Leistungen anderer Hochschulen zu genehmigen oder abzulehnen u.a.m..
Die Kommission für Lehre, Studium und Bibliothekswesen (KSL) bei uns an der Beuth Hochschule hat deshalb beschlossen, dass jedes Modul mindestens einen Literaturhinweis braucht, der möglichst ein Lehrbuch ist oder zumindest eine Veröffentlichung, die allgemein ist und nicht morgen schon veraltet. Die Literaturangaben sind aber letztlich nur Vorschläge für die jeweiligen Dozierenden, diese selbst zumindest da, wo sie das als sinnvoll empfinden, zu benutzen und/oder ihren Studierenden begleitend zu empfehlen. Es gilt aber grundsätzlich die Freiheit der Forschung und Lehre. Die Dozentinnen und Dozenten sollen möglichst flexibel bleiben und eigene Schwerpunkte setzen. P.S.: Darum ist auch die Prüfungsform immer nur als Vorschlag im Modulhandbuch beschrieben. Jede/r Dozent/in kann hier eigene Vorstellungen verwirklichen.

Seit 20. März 2015 auch amtlich: Start im Wintersemester

Der letzte Prozessschritt, bevor ein neuer Studiengang an den Start gehen kann, ist nun auch abgeschlossen: Am 13. März 2015 - mit Posteingang bei uns an der Beuth am 18. März 2015 - ist der neue Studiengang von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft amtlich genehmigt. Am 20. März wurde dann die Amtliche Mitteilung mit dem Studienplan auf die Webseite der Beuth Hochschule gestellt. Auch das Modulhandbuch ist jetzt offiziell veröffentlicht.

Gewonnen! Strategiewettbewerb zur Digitalisierung der Hochschulbildung.

Die Beuth Hochschule wurde gemeinsam mit sieben anderen Hochschulen Deutschlands vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und der Heinz Nixdorf Stiftung ausgezeichnet für das beste Vorhaben zur Entwicklung einer hochschulweiten Digitalisierungsstrategie. Verbunden ist die Auszeichnung mit einer Förderung von 150.000 Euro für die nächsten zwei Jahre. Zwei Kolleginnen, Prof. Dr. Ilona Buchem und Prof. Dr. Anne König, aus dem Studiengang BWL - Digitale Wirtschaft, haben an dem Strategiepapier mitgearbeitet und waren gemeinsam mit dem Vizepräsidenten für Lehre, Prof. Dr. Kramp und der Dekanin des Fachbereichs Informatik und Medien, Prof. Dr. Heike Ripphausen-Lipa, bei der Preisverleihung. 10-03-2015 09-55-04 Bild von links nach rechts: Prof. Dr. König, Prof. Dr. Buchem, Prof. Dr. Kramp, Prof. Dr. Ripphausen-Lipa. Ziel der Initative ist es, innovative Ansätze und Initiativen an Hochschulen sichtbar zu machen und für die Notwendigkeit einer strategischen Bündelung sensibilisieren.
Die Beuth Hochschule wird
  • ihre Digitalisierungsstrategien systematisch weiterentwickeln
  • Innovationspotenziale digitaler Lösungen für die Kernaufgaben der Hochschulen ausbauen und insbesondere für die Lehre nutzen,
  • hochschulbegleitende Beratungs- und Serviceangebote digital  modernisieren und weiterentwickeln
  • neue digitale Formate für Kommunikation, Vernetzung und Internationalisierung entwickeln,
  • Struktur- und Steuerungsmodelle im Rahmen der Digitalisierung weiterentwickeln und in einer entsprechenden Organisation abbilden  sowie
  • weitere Anwendungsfelder für das entwickelte digitale Know-how erarbeiten.
Wir freuen uns natürlich, unsere Erfahrung des neuen Studiengangs und der Studierenden ab dem nächsten Semester mit in die Strategieentwicklung einbringen zu dürfen. Und es wird sicher auch viel Spaß machen und neue kreative Ansätze an die Beuth bringen, wenn wir die Erfahrungen der anderen sieben Hochschulen mit nutzen.
  • RWTH Aachen University
  • Universität Paderborn
  • Duale Hochschule Baden-Württemberg
  • Fachhochschule Lübeck
  • Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm
  • Hochschule für Musik Würzburg im Verbund
  • Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden im Verbund