FAQ: Präsenzanteile im Studium – Arbeitsbelastung bei paralleler Berufstätigkeit/Elternarbeit

Frage eines Interessenten: Um meinen Unterhalt weiterhin finanzieren zu können, würde ich gerne mein jetziges Arbeitsverhältnis nicht komplett aufgeben wollen. Damit ich das vielleicht schon mit meinem Arbeitgeber planen kann, würden mich die durchschnittliche Anzahl der Wochenstunden interessieren. Sie sprechen hier ein sehr komplexes Thema an, und ich versuche mal mit vier Antworten, Ihrer Frage gerecht zu werden:
  1. Im Studienplan erkennen Sie die Präsenzaufwände: jede SWS ("Semesterwochenstunde" steht für 0,45 Zeitstunden Kontaktstudium. Lesebeispiele: Das Modul B01 ist eine Vorlesung von 2 x 1,5-h. Die Modul B12 ist eine Vorlesung von 1,5 Stunden und eine zur Vorlesung passende Übung von 1,5 Stunden.
  2. Vorlesungen sind fast immer ohne Anwesenheitspflicht. Ausnahmen sind meist Exkursionen. Man kann sich also das Studium, zum Beispiel über Lerngruppen, so organisieren, dass welche aufpassen und den anderen das twittern ;-). Übungen und Projektarbeiten hingegen sind öfter mit Anwesenheitspflichten verknüpft. Grund ist, dass viele Lernerfahrungen nur gemacht werden können, wenn man auch anwesend ist. Solche Präsenzpflichten werden aber zu Beginn des Moduls von der jeweiligen Lehrkraft genau bekannt gegeben.
  3. Die Beuth Hochschule versteht sich als familienfreundliche Hochschule. Während Sie die Berufstätigkeit rund ums Studium selbst organisieren müssen und wir hier keine zeitliche Rücksicht nehmen können, sieht das bei Eltern- oder Pflegepflichten anders aus, da dieses ja von Ihnen meist schlecht geplant werden kann. Berühmtestes Beispiel ist "Kind krank!". Hier können auch sehr kreative Vereinbarungen mit den jeweiligen Dozentinnen und Dozenten vereinbart werden. Sprechen Sie diese dann an oder sprechen Sie mit der Gleichstellungsbeauftragten und/oder Studiengangsleitung.
  4. Die Beuth Hochschule verfügt über eine zentralisierte Stunden- und Raumplanung. Die Mitarbeiter/innen dort sind angewiesen, in folgender Priorität die Stundenpläne zu bauen: 1.) Stakeholder Student: Mindestens ein Tag frei, um jobben zu können und für Exkursionen im Studiengang. 2.) Stakeholder Lehrbeauftragte: Das sind sehr wichtige externe Lehrkräfte aus der Wirtschaft, die ein Modul übernehmen und damit viel Praxiswind an die Hochschule bringen. Dazu gehört z.B. das Modul Online-Marketing, das man nur lehren kann, wenn man selbst im Alltag täglich Online-Marketing betreibt. Lehrbeauftragte nehmen dazu meist ihre „Randzeiten“ – also sehr früh oder ab 17:00 Uhr und haben Vorrecht vor 3.) uns selbst, den fest angestellten Profs. Die kommen als letzte dran. Verdienen aber auch das meiste ;-). Typische Stundenpläne der Beuth Hochschule finden sie hier: Stundenplanung Beuth Hochschule. Aber lassen Sie sich nicht irritieren. Der Studiengang Druck- und Medientechnik zum Beispiel ist im 3./4. Semester proppenvoll. Das liegt aber nur daran, dass die Studierenden dieses Studiengangs 5 Wahlpflichtmodule aus 13 Angeboten auswählen dürfen. Also: die Stundenpläne sind immer viel voller, zum einen wg. der Wahlpflichtangebote, die alternativ sind, und zum zweiten, da Übungen immer mit nur der Hälfte der Studierenden stattfinden (die meisten Kollegen lösen das mit 14-tägigen doppelten Übungsblöcken. Ein Student muss dann nur alle 14 Tage zu einer dann 4-stündigen Übung).

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